
Mehrzweckhalle Primstal wird zum musikalischen Klangraum der Natur
Unter dem Motto „Klang der Natur“ laden die Pfarrkapelle Primstal und der Musikverein Braunshausen am Sonntag, 25.10.26 um 17 Uhr zu einem Gemeinschaftskonzert in die Mehrzweckhalle Primstal ein.
Im ersten Konzertteil entführt die Pfarrkapelle die Besucher mit der Komposition „Fiskinatura“ in die idyllische Gebirgswelt der Alpen. Als Titel der viersätzigen Auftragskomposition wählte der Komponist Thiemo Kraas die Verschmelzung der beiden Begriffe „Fiskina“ – das Dorf Fischen/Allgäu – und „Natura“. Alle vier Sätze haben in der Vieldeutigkeit des Begriffs „Natur“ ihren zentralen Inspirationspunkt und beschreiben in verschiedenen Facetten die Heimatverbundenheit zur wunderschönen Landschaft des Allgäus.
Ebenfalls aus dem Allgäu stammt der deutsche Arrangeur und Dirigent Kurt Gäble, der in der dreiteiligen Komposition „Der blaue Planet“ Impressionen seiner Heimat verarbeitet hat. Gäble geht hier über eine rein beschreibende Musik hinaus und bringt gesellschaftskritische Aspekte mit ein. Im ersten Satz „Genesis“ sind Mensch und Natur noch im Einklang, der zweite Satz „Progress – Fortschritt“ mahnt die Zerstörung der Natur durch den Menschen an, im Finale „New Life“ überwiegt dann der Optimismus, dass der Mensch sich besinnt und wieder zurück zur Natur findet.
Das nächste Werk „Silva Nigra“ von Markus Götz ist eine Auftragskomposition der Trachtenkapelle St. Märgen im Schwarzwald. Sie beschreibt eine Wanderung, die vor Tagesanbruch beginnt, den Sonnenaufgang erlebt, durch den Morgennebel über die Höhen mit weitem Blick über Täler und Wälder zu einem Kloster führt und zuletzt mit einem Besuch des traditionellen Ross-Festes endet. Götz verwendet hier sehr viele Klangeffekte, Naturlaute, Vogelstimmen usw. zur Beschreibung der einzelnen Szenen.
Die Pfarrkapelle Primstal unter Philip Wilson, der mit diesem Konzert sein 10-jähriges Jubiläum als Dirigent begeht, beendet die erste Programmhälfte mit „Cry oft the Last Unicorn“ von Rossano Galante. Eine Fantasy-Geschichte, in der das letzte Einhorn von bösartigen Wesen erbarmungslos wegen seines magischen Horns gejagt und getötet werden soll. Es gelingt zwar noch die Rettung in letzter Sekunde durch die guten Pferde des Waldes, jedoch überlebt das Einhorn die Strapazen nicht. Galantes Komposition zeigt einerseits die Bedrohung und Zerstörung eines einzigartigen Lebewesens durch die Gier des Menschen, vermittelt aber auch die Hoffnung, dass die Natur sich gegen derartige Ausbeutung wehrt.
Nach der Pause eröffnet der Musikverein Braunshausen den zweiten Teil mit dem Titel „Chase the sun“. Der Komponist Rob Wiffin schrieb dieses Stück während er in Spanien weilte und dort die Sonne genoss – eine seltene Erfahrung für einen Engländer! Das Stück beginnt mit einer kraftvollen Fanfare im Blech. Danach strahlt die Musik eine Atmosphäre voll Energie und Freude aus, die das Stück bis zum Schluss hin trägt. Ein spritziges, fröhliches Stück im leicht jazzig angehauchten Stil, das Freude zu spielen und zu hören macht.
Das nächste Stück „Vesuvius“ von Frank Ticheli beschreibt den Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahre 79 n. Christus, bei dem die Städte Pompei und Herculaneum zerstört wurden. Treibende Rhythmen und komplexe Wechsel zwischen Dur und Moll beschreiben die Anspannung vor der bevorstehenden Katastrophe, immer wieder unterbrochen von Zitaten des Dies Irae (Tag des Zorns) aus der mittelalterlichen Totenmesse als ein Symbol für Tod und Zerstörung. Ein ruhiges Zwischenspiel stellt das alltägliche Leben in den Städten dar, wo die bevorstehende Gefahr zunächst gar nicht wahrgenommen wird. Doch die friedliche Stimmung wird jäh durch die ersten feurigen Aktivitäten des Berges gestört. Eine finale Schlacht der musikalischen Themen steigert sich zu einer extremen Aufregung und verbildlicht das Chaos der gewaltigen Explosionen und der herabregnenden Asche.
Das Werk „Die Mosel“ wurde vom Dirigenten des Musikvereins Braunshausen Rainer Serwe 2026 geschrieben und bisher nur einmal aufgeführt. Es vertont den Fluss und das Leben an und mit ihm in vier kurzen Sätzen: Sonnenaufgang – Arbeit im Weinberg – Die Mosel – Weinfest.
Das Konzert endet mit dem Titel „Songs from die Catkills“ aus der Feder des bekannten Komponisten Johan de Meij. Die Catskill Mountains sind ein herrliches Naturschutzgebiet im Bundesstaat New York, etwa 160 Kilometer nördlich von Manhattan, östlich begrenzt vom Hudson River. De Meij fand dort eine interessante Mischung aus amerikanischer und europäischer Volksmusik vor. Er wählte sechs Volkslieder aus und machte daraus ein meisterhaftes Werk für symphonische Blasmusik!
Karten sind bei allen Musikern sowie im Kaufhaus Becker Primstal zum Preis von 12 € erhältlich.


